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Niederschlagssysteme und Beispiele
Multizellen:
Bei Multizellen-Gewitter handelt es sich um einen größeren Zellkomplex, der aus mehreren
einzelnen Zellen besteht. An den Flanken dieses Komplexes bilden sich immer wieder neue Zellen,
während andere nach und nach zerfallen. Voraussetzung für die Bildung von Multizellen ist
neben den labil geschichteten Luftmassen eine starke vertikale Zunahme der Windgeschwindigkeit.
Die Bewegung von Multizellen erfolgt um bis zu 30° abweichend von der Richtung des mittleren Windes
(links- und rechtsziehende Zellen).
Wegen der ständigen Zellneubildung beträgt die Lebensdauer von Multizellen mehrere Stunden.
Dabei kann es zu starken Niederschlägen mit schweren Überflutungen (siehe Beispiel)
und Hagel kommen.
Multizellen erscheinen im Radarbild als Komplex von einzelnen, vertikal hochreichenden Zellen
mit hohen Reflektivitäten. Im Lauf der Entwicklung zeigt sich ein ständiger Wechsel aus
Erneuerung und Zerfall. Ab einer Reflektivität von 55 dBZ muss mit Hagel gerechnet werden.
In Verbindung mit Multizellen kann es zu extremen Wettererscheinungen kommen.
Vor allem wenn die Zelle über einen gewissen Zeitraum
annähernd stationär bleibt können
höhere Niederschlagssummen erreicht werden. Im folgenden Beispiel kam es im Bereich von
Unterreichenbach (südl. Pforzheim) zu einer Sturzflut nach heftigen Regenfällen.
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