
Projekte zur Hagelabwehr
Eine
Zusammenstellung von wissenschaftlichen Arbeiten, über die Wirkung und
Wirksamkeit der Hagelabwehr.
Südwest-Wetter
und Radar-Info
Wetterprognosen -
Niederschlagsdaten
- Unwetterfrühwarnung
Dr. Hermann Gysi
Roonstraße 18
http://www.radar-info.de http://www.suedwest-wetter.de
1. Problemstellung
Hagelunwetter stellen weltweit eine ernsthafte
Bedrohung für landwirtschaftliche Produktion, Immobilien und für im Freien
deponierte Güter dar. Allein in der kanadischen Provinz Alberta erhöhten sich
laut Schätzungen des Landwirtschaftsministeriums die durch Hagel verursachten
Verluste im Getreideanbau von durchschnittlich 50 Mio. Euro pro Jahr in den 70er Jahren auf
durchschnittlich mehr als 150 Mio. Euro
pro Jahr in den 80er Jahren. Werden außerdem Städte von schweren
Hagelgewittern heimgesucht, können die Schäden schnell die 500 Mio. Euro Grenze überschreiten.
In anderen Gebieten wie zum Beispiel der Provinz Mendoza im Westen Argentiniens
geht man von durchschnittlich 10 % Ernteverlust durch Hagel aus.
2. Methode und
Wirkung
Die weltweit steigenden Schadensstatistiken lassen
es als notwenig erscheinen, dass vielerorts versucht wird, die durch Hagel
verursachten Schäden zu verringern. Neben der kleinräumigen, lokalen Abwehr
durch Schutz der Kulturen mit Hagelnetzen geschieht dies üblicherweise durch
Impfung der potenziellen Hagelgewitterzellen im Frühstadium der Entwicklung mit
Silberjodid. Dabei werden in unterschiedlichen Regionen und Projekten zwei
unterschiedliche Methoden eingesetzt:
Bei beiden Methoden
geht man davon aus, dass durch das Einbringen einer großen Anzahl von zusätzlichen
Kristallisationskeimen eine Konkurrenzsituation um das im Aufwind verfügbare
Wolkenwasser entsteht. Dadurch bilden sich mehr, aber vom Durchmesser her
kleinere Hagelkörner, die dann bis zum Auftreffen am Boden weitgehend wieder
geschmolzen oder zumindest so klein sind, dass sie keine nennenswerten Schäden
mehr verursachen können.
Die Impfung mit Flugzeugen stellt sich allgemein
als effizienter dar, weil die Keime einerseits über längere Zeit und
andererseits direkt in die Luftmassen freigesetzt werden, die in das Gewitter
einströmen. Dagegen ist das Impfen mit Raketen kurz und einmalig und erfolgt
zudem meistens nicht an den optimalen Stellen.
Bei der Impfung mit Flugzeugen werden
normalerweise zwei Maschinen gleichzeitig eingesetzt, eine für die Impfung des
unteren Einströmungsbereichs ins Gewitter und eine für den mittleren Einströmungsbereich.
Dies ist wichtig, weil beide Luftströme gleichermaßen zur Hagelentwicklung
beitragen und weil zudem speziell bei großen Gewitterkomplexen nur so
Kristallisationskeime in genügend großer Anzahl in die Zone der
Hagelentwicklung eingebracht werden können.
Die ungefähren
Positionen beim Impfen mit zwei Flugzeugen sind in der folgenden Abbildung
dargestellt.

3. Zusammenstellung
von Veröffentlichungen zur Hagelabwehr mit Raketen
Neue Analysen des in
Südwestfrankreich (Region Bordeaux) praktizierten Impfens mit kleinen
Bodenraketen zeigen für den Zeitraum zwischen 1988 und 1995 eine Verringerung
der Hagelenergie um 15 % für alle Gewitter und eine Verringerung um 25 % für
die nach Osten ziehenden Gewitter. Allgemein geht man davon aus, dass die
Verringerung bei einer Impfung mit Flugzeugen deutlich gröer ausfallen könnte.
(http://www.wmi.cban.com/hail.html)
Gewitterimpfung mit
Bodenraketen wird außer in Südwestfrankreich auch in Südosteuropa und den
Ländern der ehemaligen Sowjetunion praktiziert.
In den ehemals jugoslawischen Republiken wurde
dazu ein dichtes Netz von Posten am Boden geschaffen (5 km Gitterlänge), die
bei aufziehenden Gewittern benachrichtigt werden und dann die Abwehrraketen
abschießen. Die Informationen darüber, ob Gewitter im Entstehen sind, werden
mit Radargeräten erfasst und per Funk an die jeweiligen Posten übermittelt.
Dazu wird eigens ein flächendeckendes Netz von Radargeräten aufgebaut (baugleiche
Geräte wie das seit 1999 im Abwehprojekt im Großraum Stuttgart eingesetzte
Karlsruher Niederschlagsradar). Die serbischen Betreiber der Radargeräte wurden
für die Bedienung der Software und die Erkennung von Hagelzellen vom Autor im
Hause des Radarherstellers (Gematronik in Neuß) geschult.
Auch in der Provinz
Mendoza in Westargentinien, einer der am meisten von Hagelgewittern betroffenen
Regionen der Welt, wird seit 1985 Hagelabwehr nach der russischen Methode
betrieben. Die Methode ist in den letzten Jahren automatisiert worden, so dass
anhand von Radarmessungen der entstehenden Gewitterzellen automatisch die
notwendige Menge Silberjodid (d.h. die Anzahl der notwendigen Raketen)
berechnet wird und anhand der Zugbahn der Gewitterzellen automatisch die entsprechenden
Startplätze aktiviert werden.
(http://www.gfz-potsdam.de/ewc98/abstract/abshaev.html)
Seit 1998 ging man in
Mendoza dazu über, die Impfung mit Kristallisationskeimen zusätzlich auch von
Flugzeugen aus vorzunehmen. Ein Projekt hierzu ist von der Firma Wetter
Modifikation Inc. (WMI) von Fargo, Norddakota zusammen mit dem Ministerium für
Wirtschaft, der Regierung von Mendoza, Argentinien initiiert worden. Eingesetzt
werden dabei insgesamt vier Flugzeuge. Begleitend wurde ein Forschungs- und Auswertungsprogramm
ins Leben gerufen, um die Auswirkungen des Impfens auf die Hagelentwicklung zu
untersuchen. Abschließende Resultate sind noch nicht verfügbar, doch im ersten
Jahr seit Einführung der neuen Methode wurden die geringsten Hagelschäden der
vergangenen zehn Jahre verzeichnet. Im zweiten Jahr des auf fünf Jahre
angesetzten Abwehrprojekts lagen die Schäden allerdings etwa in der
Größenordnung des zehnjährigen Durchschnitts, so dass statistisch gesicherte
Informationen über den positiven Effekt noch nicht vorliegen.
(http://www.uncu.edu.ar/nueva/investig/secyt/publica/publica1.html)
4. Zusammenstellung
von Veröffentlichungen zur Hagelabwehr mit Flugzeugen
Hagelabwehr mit
Flugzeugen wird neben einigen Regionen in Deutschland (Regionen Rosenheim und
Stuttgart) und Österreich (Wachau/Krems und Steiermark) in Spanien und
Griechenland und vor allem in den USA und in Kanada betrieben.
Die Resultate des griechischen nationalen
Hagelabwehrprojekts wurden im Journal für Wettermodifikation veröffentlicht
(Rudolph et al., 1994). Die statistische Analyse der Hageldetektoren
(Styropormatten) in vergleichbaren Regionen, in denen geimpft und nicht geimpft
wurde, ergibt für die Jahre 1984 bis 1988 eine Abnahme der Anzahl der Hagelkörner
um 52 %, eine Verringerung der beschädigten Flächen um 19 %, eine Verringerung
der maximalen Korngröße um 34 % und eine Verringerung der Hagelenergie um 74 %.
Die staatlichen
Ausgaben für die Subventionierung der Ernteversicherung reduzierten sich dabei
laut Rudolph während des über fünf Jahre dauernden Experiments jeweils zwischen
18 % und 59 %, wodurch ein Großteil der Projektkosten gedeckt werden konnten.
Das Abwehrprojekt wird
seit 1997 mit insgesamt zwei Flugzeugen auf einer Fläche von 2340 km2
weitergeführt
In Leon (Spanien) wird
seit 1986 Hagelabwehr betrieben. Um die Effizienz der Hagelabwehr zu
untersuchen, wurde 1993 eine Fläche von ca. 7000 km2 mit Detektoren
ausgestattet, wobei auf der einen Hälfte der Fläche teilweise Hagelabwehr
betrieben wurde und auf der anderen Hälfte nicht.
Die Resultate sind
sehr interessant, und zeigen zweierlei: In den Zeiten, in denen Hagelabwehr
betrieben wurde, gab es eine deutliche Verringerung der Hagelschäden in der
behandelten Hälfte im Vergleich zu der nicht behandelten Hälfte. Hingegen gab
es keine bedeutenden Unterschiede zwischen den beiden Gebieten, wenn nicht
geimpft wurde.
In Norddakota wird
seit 1976 Hagelabwehr mit Flugzeugen betrieben. Die Gruppe um den renommierten
Radarmeteorologen Paul Smith hat im Journal für angewandte Meteorologie (Paul
Smith et al., J. of Applied Meteor., May 1997) eine Untersuchung
veröffentlicht, in welcher langjährige Getreidehagel-Versicherungsdaten
analysiert wurden. Die Auswertung belegt eindeutig und statistisch signifikant
den reduzierenden Effekt auf die Hagelentwicklung durch das Impfen von
Gewitterzellen in Norddakota. Ihre Analysen zeigen eine Verringerung der
Hagelversicherungs-Verlustverhältnisse um 45 % im Zielbereich von Norddakota
während der geimpften Periode 1976-1988. Die gleiche Analyse für das nicht
geimpfte, mit Norddakota vergleichbare benachbarte Ostmontana zeigt in den
langjährigen Hagelstatistiken keine Verringerung während jener Jahre.
Eine Untersuchung für ein Hagelabwehrprojekt in
Alberta, Kanada (1980-1985) ergab eine Verringerung des Verlust/Risiko-Verhältnisses
der Ernteversicherung in einer Größenordnung von 20%. Dies ist statistisch
nicht sehr stark ausgeprägt, es ist jedoch interessant, dass das
Verlust/Risiko-Verhältnis sich erhöhte, nachdem das Programm beendet wurde.
Vor vier Jahren lief
in Alberta/Kanada ein anderes, vollständig von Hagelversicherungsgesellschaften
finanziertes Projekt an. Eine erste vorsichtige Abschätzung der Wirksamkeit
ergab bisher eine Reduktion des Verlust/Risiko-Verhältnisses um ca. 50 % für
die behandelte Region gegenüber den nicht behandelten Gebieten Albertas.
5.
Schlussbemerkungen
Insgesamt wird
weltweit in unterschiedlichsten Regionen Hagelabwehr durch Impfung der
Hagelgewitter mit Kristallisationskernen im Anfangsstadium der Zellentwicklung
betrieben. Es wird dabei allgemein davon ausgegangen, dass die Behandlung der
Gewitter mit zwei oder mehreren Flugzeugen eine sehr viel stärkere Hagelunterdrückung
zur Folge hat als der Einsatz von lediglich einem Flugzeug. Entsprechend werden
in allen neueren Hagelabwehrprojekten mit Flugzeugen immer mindestens zwei
Maschinen gleichzeitig eingesetzt. In den USA stehen zur Hagelabwehr teilweise
ganze Flotten von Flugzeugen bereit. Auch in den umliegenden Regionen Rosenheim in Bayern sowie
Steiermark und Krems in Österreich, in denen ebenfalls Hagelabwehr betrieben
wird, werden zwei oder mehr Flugzeuge eingesetzt.
Bemerkenswert
ist die Tatsache, dass vor allem in den USA und Kanada mittlerweile die
Hagelversicherungsgesellschaften die Hauptgeldgeber bei Hagelabwehrprojekten
sind, und dass Ausgaben der öffentlichen Hand für Hagelabwehrprojekte in
einigen Projekten über Einsparungen bei der Subvention von Hagelversicherungen
zumindest teilweise wieder eingespart werden konnten.
Den zwei von
Skeptikern der Hagelabwehr oft zitierten wissenschaftlichen Arbeiten von Höller
(DLR 1993) und Federer (Abschlussbericht des Schweizer Großversuchs IV, 1986)
stehen mittlerweile eine Vielzahl von wissenschaftlichen Arbeiten gegenüber,
die statistisch signifikante Effekte der Hagelunterdrückung durch die Impfung
von Gewitterwolken feststellen konnten. Im schweizer Hagelabwehrversuch ende
der 70er Jahre wurden jeweils Silbejodid-Raketen in den Aufwindbereich des
Gewitters geschossen, wobei aufgrund mangelnder Technik (Dopplerradargeräte
standen zu jener Zeit noch nicht zur Verfügung) und mangelnder Kenntnis über
die genaue Struktur der Gewitter mehr oder weniger wahllos in die Gewitter
hineingeschossen wurde. Eine Reduktion des Hagelaufkommens wäre aus heutiger
Sicht unter diesen Umständen eher überraschend. In der von der DLR durchgeführten
Untersuchung werden die Radardaten
über jeweils 3x3 km2 gemittelt, so dass die oft sehr kleinräumigen
Hagelbereiche mit Bereichen außerhalb der Gewitter gemittelt werden, was
automatisch zu einer Abschwächung des beobachteten Effekts führen muss. Außerdem ist unklar und wird auch nicht
näher ausgeführt, inwieweit sich die Änderung der Größenverteilung der Teilchen
durch das Impfens auf die Radarreflektivität auswirkt. Stillschweigend gehen
die Autoren davon aus, dass sich der Effekt des Impfens verkleinernd auf die
Reflektivität auswirkt, obwohl viel mehr (wenn auch kleinere) Teilchen erzeugt
werden.
6. Referenzen
Allgemein
über die Wirksamkeit der Gewitterimpfung mit Silberjodid:
Krauss,
T. W., 1999: Radar characteristics of seeded and non-seeded hailstorms in Alberta, Canada. Preprints: WMO, 7th Conf. on Weather Modification,
Chiang Mai, Thailand.
Krauss,
T. W., 1998: Radar Responses to Seeding of Hailstorms in Alberta. Preprints:
Amer. Meteor. Soc., 14th Conf. on Planned and Inadvertent Weather Modification,
Everett, Washington, 632-635.
Projekt
in Spanien (im Bericht erwähnt):
Sanchez
et.al.:15th Conference on Planned and Inadvertent Weather Modification J 2.2
Hail
suppression program in Leon (Pala) from 1986 to 1999: Spatial distribution of
the hail precipitation in seeding periods and periods with no seeding
activities, Internetpublikation
Projekt
in Frankreich (im Bericht erwähnt):
Dessens
et.al.:. Hail in southwestern France. Results of a 30-year hail prevention
project with silver jodid seeding from the ground. J.Appl.Meteor., 48-58.
Smith
et.al. 1992. A status report on weather modification research in the Dakotas.
Atmos. Res., 28, 271-298, 1992a
Smith
et.al. 1997. An exploratory study of North Dakota crop-hail insurance data for
evidence of seeding effects. In North Dakota. J. Appl. Meteor., 463-473, 1987.
Anhang:
Die
Hagelabwehr in den Landkreisen Rems-Murr, Stuttgart, Ludwigsburg und Böblingen
1. Einleitung
Bereits seit 1980 wird im Großraum Stuttgart
Hagelabwehr durch das Einbringen von Silberjodid in Gewitterwolken von
Flugzeugen aus betrieben. Außer im Zeitraum zwischen 1990 und 1995, in welchem
zwei Flugzeuge eingesetzt werden konnten, war dabei immer nur ein Flugzeug im
Einsatz. Die Hagelabwehr wurde von Herrn Professor Müller von der Universität
Hohnheim von 1980 bis 1999 meteorologisch betreut und wissenschaftlich
begleitet. Nach der Emeritierung von Professor Müller im Frühjahr 1999 wurde
die meteorologische Projektbetreuung an Herrn Dr. Hermann Gysi bzw. an das
meteorologische Beratungs- und Überwachungsbüro Radar-Info / Südwest-Wetter
übergeben. Die wissenschaftlich Betreuung und Datenauswertung musste dabei aus
finanziellen Gründen sehr stark eingeschränkt werden. Mit der neuen
Verantwortlichkeit sind gewisse Änderungen und Modernisierungen eingeführt
worden, durch die versucht wird, die Wirksamkeit der Hagelabwehr noch weiter zu
verbessern.
Eine grundsätzliche Schwierigkeit der Hagelabwehr
mit Flugzeugen ist einerseits das frühzeitige Erkennen einer
Hagelzellen-Entwicklung und andererseits das Auffinden der stärksten (und damit
der für Hagelschäden relevantesten) Gewitterzellen im Schutzgebiet selbst und
in den daran angrenzenden Gebieten, aus denen Hagelzellen ins Schutzgebiet
herannahen könnten.
Die Erkennung der stärksten Hagelzellen geschieht nun automatisch
mit Hilfe eines radargestützten Frühwarnsystems. Mit Hilfe der mit dem
Wetterradar des Forschungszentrums Karlsruhe kontinuierlich gemessen
Windprofile und Niederschlagsverteilungen im Umkreis von 120 km um den
Radarstandort können die aktuellen Orte der Gewitterentwicklung frühzeitig
erkannt und dem Hagelpiloten per SMS (Kurznachricht) auf das Display des
Mobiltelefons übermittelt werden.
2. Das
radargestützte Frühwarnsystem
2. 1 Niederschlagsmessung
mit Radar
Die Niederschlagsmessung mit Radar basiert auf
dem Aussenden von einzelnen Mikrowellen-Pulsen mit Wellenlängen zwischen 3 und
10 cm (5.3 cm beim Karlsruher Niederschlagsradar), die von atmosphärischen
Streupartikeln wie Wassertropfen, Hagelkörnern, Schnee oder Graupel reflektiert
werden.
Mittels eines
Abtastprogramms (Scan) fährt die Antenne mit unterschiedlichen Neigungswinkeln
kontinuierlich den Raum ab, wobei nach jeder vollen Umdrehung der
Neigungswinkel vergrößert wird, so dass am Schluss ein Volumendatensatz von
ineinander geschachtelten Datenkegeln (PPI) vorliegt. Aus diesem dreidimensionalen
Datensatz (Rohdatensatz) können die gewünschten Größen abgeleitet, ausgewertet
und dargestellt werden.
Als Messsignal wird die Reflektivität verwendet,
die das Verhältnis von ausgestrahlter und von der Antenne wieder empfangener
Strahlungsleistung wiedergibt. Aus der Laufzeit des Radarpulses und der
Stellung der Antenne bestimmt der Radarrechner Entfernung, Richtung und Höhe
eines Niederschlagsgebietes. Die Reflektivität ist ein Maß für die sich im
Strahlvolumen befindenden Streuteilchen. Unter der Annahme eines vorgegebenen
Tropfenspektrums (Tropfengrößenverteilung) und einer Korrekturfunktion für die
Überschätzung der Reflektivität bei Hagel lassen sich daraus die
Niederschlagsintensität oder andere für die Meteorologie oder Hydrologie interessante
Größen berechnen.
Allgemein ist zu beachten, dass durch die Impfung
von Gewitterzellen das Tropfenspektrum verändert wird. Die Änderung des
Tropfenspektrums kommt dadurch zustande, dass durch die Impfung die Bildung
einer großen Zahl mittelgroßer Teilchen zunimmt und gleichzeitig die Zahl der
großen Teilchen abnimmt. Insgesamt kann aus der hohen Anzahl mittelgroßer
Teilchen eine Radarreflektivität resultieren, die vom Wert her der
Radarreflektivität eines Spektrums mit großen Hagelkörnern, dafür in viel geringerer
Anzahl entspricht oder diese sogar übertrifft.
Daher kann es sein, dass die Impfwirkung in der
Radarreflektivität unter Umständen nicht zum Ausdruck kommt.
2. 2 Funktionsweise
der radargestützten Hagelabwehr
Das radargestützte
Frühwarnsystem basiert auf der Online-Analyse des Niederschlagsgeschehens in
Südwestdeutschland aus den Daten des Karlsruher Niederschlagsradars.
Ausgewertet wird die alle 10 Minuten online verfügbare Niederschlagsverteilung
über dem Schutzgebiet selbst sowie im außerhalb des Schutzgebiets liegenden
Gebiet des herannahenden Niederschlags. Sobald die Überwachungssoftware
eine sich entwickelnde Gewitterzelle entdeckt, wird automatisch eine
SMS-Meldung auf das Handy des diensthabenden Piloten verschickt.
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Radargestützte
Frühwarnung |
Konzept
Radar-Niederschlagsdaten-Verarbeitung
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Radar Rohdaten - Flächendeckende Niederschlags- und
Windinformationen im Umkreis von 120 bzw. 250 km um Karlsruhe. - Radar-Info besitzt die alleinigen
Nutzungsrechte |
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Auswertungs-Software
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Visualisierte Radardaten - Direktnutzung durch Kunden im Internet:
Niederschlagsraten und -summen, Windprofile - Aktuelle Niederschlags- und Wind-informaionen
für Veranstalter und Winterdienste - Kurzfristvorhersage und Beratung für
verschiedene Berufsgruppen |
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Überwachungs-Software
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