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Radar Info

Dr. Hermann Gysi
Roonstraße 18
76137 Karlsruhe

Tel Tel (0721) 971 40 30
Fax (0721) 971 40 31

info@ radar-info.de

 

Niederschlagssysteme und Beispiele



Konvektive Niederschläge:
Konvektiver Niederschlag weist im allgemeinen hohe Intensitäten während eines kurzen Zeitraums auf. Das Niederschlagsgebiet ist lokal sehr begrenzt, ensprechend hoch ist die räumliche und zeitliche Variabilität des Niederschlags. In einigen Fällen kann es zu Graupel oder Hagel am Boden kommen. Ausserdem sind konvektive Ereignisse häufig mit heftigen Sturmböen verbunden.

Wegen der hohen räumlichen und zeitlichen Variabilität können konvektive Niederschläge nur mit dem Radar richtig erfasst werden. Bei konventionellen Bodenmessungen dagegen ist der Abstand der einzelnen Messstationen in der Regel zu groß, um zu realistischen Messungen zu gelangen.
Vergleich Radar - Ombrometernetz Isolinienplot Niederschlagssummen

Ausgelöst werden konvektive Niederschläge durch starke Aufwinde bei einer labilen Schichtung der Atmosphäre. Dementsprechend ist diese Art von Niederschlägen typisch für die zweite Tageshälfte im Sommerhalbjahr. Die Bewölkung (Wolkengattung "Cumulus") besitzt meist eine relativ mächtige vertikale Ausdehnung, die sich bis an den Rand der Tropopause erstrecken kann (10 - 12 km Höhe).

Im Radarbild sind konvektive Niederschlagssysteme gekennzeichnet durch hohe Reflektivitäten (› 40 dBZ) bzw. hohe Niederschlagsintensitäten (› 10 mm/h). Gut erkennbar ist ebenfalls die charakteristische Zellstruktur mit einer großen vertikalen Erstreckung.
Graupel und Hagel liefern aufgrund ihrer großen Durchmesser sehr hohe Reflektivitäten (› 55 dBZ).

Aufgrund ihrer teilweise extrem hohen Niederschlagsintensität weisen konvektive Zellen oder Zellsysteme ein hohes Schadenspotential (Sturzfluten, lokale Überschwemmungen, Hagelschalg u.a.) auf. Mit Hilfe des Radars ist es möglich, einzelne Zellen zu detektieren und rechtzeitig für bestimmte Gebiete Warnungen herauszugeben.

Zu konvektiven Niederschlagssystemen gehören Einzelzellen, Multizellen, Gewitterlinien, Superzellen, Mesoskalige Konvektive Systeme (MCS) und Kaltfronten (vor allem im Sommer). Diese Systeme unterscheiden sich hinsichtlich ihres Aufbaus, ihrer Ausdehnung und Lebensdauer.

Konvektive Niederschlagssysteme Kaltfronten Einzelzellen Multizellen Gewitterlinien Superzellen MCS


Stratiforme Niederschläge:
Stratiforme Niederschläge sind gleichmässige Niederschläge mit moderaten Intensitäten und einer längeren Andauer. Dementsprechend ist das Niederschlagsgebiet meist über eine große Fläche ausgedehnt.

Stratiforme Niederschläge sind die Folge von großräumigen Hebungsprozessen und sind häufig verbunden mit dem Frontensystem von Tiefdruckgebieten. Die für diese Niederschläge typische Schichtbewölkung (Gattung "Stratus") hat meist nur eine geringe vertikale Erstreckung.

Sichtbarstes Zeichen für stratiforme Niederschläge im Radarbild ist das großflächige Niederschlagsgebiet, verbunden mit moderaten Reflektivitäten (‹ 40 dBZ) bzw. Intensitäten (‹ 10 mm/h). Ausserdem ist in den meisten Fällen unterhalb der Schmelzschicht (Höhe mit 0° C) eine Schicht mit erhöhten Reflektivitäten zu erkennen, das sogenannte Helle Band.

Stratiforme Niederschlagssysteme Warmfronten