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Niederschlagssysteme und Beispiele
Konvektive Niederschläge:
Konvektiver Niederschlag weist im allgemeinen hohe Intensitäten während
eines kurzen Zeitraums auf. Das Niederschlagsgebiet ist lokal sehr begrenzt,
ensprechend hoch ist die räumliche und zeitliche Variabilität des Niederschlags.
In einigen Fällen kann es zu Graupel oder
Hagel am Boden kommen. Ausserdem sind konvektive Ereignisse häufig
mit heftigen Sturmböen verbunden.
Wegen der hohen räumlichen und zeitlichen Variabilität können konvektive Niederschläge
nur mit dem Radar richtig erfasst werden. Bei konventionellen Bodenmessungen dagegen ist der Abstand
der einzelnen Messstationen in der Regel zu groß, um zu realistischen Messungen zu gelangen.
Ausgelöst werden konvektive Niederschläge durch starke Aufwinde
bei einer labilen Schichtung der Atmosphäre. Dementsprechend ist diese Art
von Niederschlägen typisch für die zweite Tageshälfte im Sommerhalbjahr. Die Bewölkung
(Wolkengattung "Cumulus") besitzt meist eine relativ mächtige vertikale Ausdehnung,
die sich bis an den Rand der Tropopause erstrecken kann (10 - 12 km Höhe).
Im Radarbild sind konvektive Niederschlagssysteme gekennzeichnet durch hohe
Reflektivitäten ( 40 dBZ) bzw. hohe
Niederschlagsintensitäten ( 10 mm/h).
Gut erkennbar ist ebenfalls die charakteristische Zellstruktur mit einer großen vertikalen
Erstreckung.
Graupel und Hagel liefern aufgrund ihrer großen Durchmesser sehr
hohe Reflektivitäten ( 55 dBZ).
Aufgrund ihrer teilweise extrem hohen Niederschlagsintensität weisen konvektive Zellen oder
Zellsysteme ein hohes Schadenspotential (Sturzfluten, lokale Überschwemmungen, Hagelschalg u.a.) auf. Mit Hilfe des Radars ist es möglich, einzelne
Zellen zu detektieren und rechtzeitig für bestimmte Gebiete Warnungen herauszugeben.
Zu konvektiven Niederschlagssystemen gehören Einzelzellen, Multizellen, Gewitterlinien, Superzellen,
Mesoskalige Konvektive Systeme (MCS) und Kaltfronten (vor allem im Sommer). Diese Systeme unterscheiden sich hinsichtlich
ihres Aufbaus, ihrer Ausdehnung und Lebensdauer.
Stratiforme Niederschläge:
Stratiforme Niederschläge sind gleichmässige Niederschläge mit moderaten
Intensitäten und einer längeren Andauer. Dementsprechend ist das Niederschlagsgebiet
meist über eine große Fläche ausgedehnt.
Stratiforme Niederschläge sind die Folge von großräumigen Hebungsprozessen
und sind häufig verbunden mit dem Frontensystem von Tiefdruckgebieten.
Die für diese Niederschläge typische Schichtbewölkung (Gattung "Stratus")
hat meist nur eine geringe vertikale Erstreckung.
Sichtbarstes Zeichen für stratiforme Niederschläge im Radarbild ist das
großflächige Niederschlagsgebiet, verbunden mit moderaten Reflektivitäten
( 40 dBZ) bzw. Intensitäten ( 10 mm/h).
Ausserdem ist in den meisten Fällen unterhalb der Schmelzschicht (Höhe mit 0° C)
eine Schicht mit erhöhten Reflektivitäten zu erkennen, das sogenannte
Helle Band.
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